Mein Jihad

Alles fing an, als vor drei Wochen Mehmet aus der Nachbarschaft bei uns geklingelt hat. Mehmet ist ein komischer Typ, so ein bisschen das schwarze Schaf im Viertel. Ich meine: Wer wird schon freiwillig Bulle? Mehmet hat also geklingelt und mich mit in das gammelige Jugendzemtrum im Park geschleppt. Zu Ronnie, einem ‘Streetworker’, der mit seinem bräunlich verfärbten Teebecher in der Ecke des großen Raumes des Jugendzentrums saß. Ich bin nur mitgegangen weil Mehmet nun mal Bulle ist. Und ein Cousin oder so, jedenfalls älter als ich. Ronnie war voll der Lehrer, nur noch lahmer. Die beiden, Mehmet und Ronnie waren alte Kumpels, von der Schule, eventuell aus dem Kindergarten. Das muss ewig her sein, die beiden sind fast dreißig. Und kaum dass Mehmet wieder aus der Tür war, hat Ronnie angefangen, mich vollzutexten:
“Ich höre, du willst Jihadist werden. Keine leichte Sache, ich weiß, aber ich kann dir helfen.” Noch bevor ich ihm mitteilen konnte, dass er sich verpissen soll, fuhr er fort:
“Montags trifft sich hier die Linux User Group, die können dir erklären, wie du deine Mails verschlüsselst und anonym surfst. Außerdem zocken die recht regelmäßig Counter- Strike, das könnte auch nützlich sein.” Ich war perplex, der Typ meinte das ernst.
“Wegen Bekennervideos redest du am besten mit den Leuten im Skatepark nebenan. Die leihen sich häufig unsere Kameras und schneiden das Material dann auf unserem Mac.” Ronnie macht ein kurze Pause und schaut nachdenklich über meine Schulter. “Bist du ein guter Redner? Das ist wichtig für ein Bekennervideo.”
“Alder, was willst du von mir?”
“Dachte ich mir, aber das kriegen wir in den Griff.” Ronnie winkte ein blasses Mädchen, das hinter mir am Kicker stand, zu uns heran. Als sie ankam wandte er sich an sie: “Natalia, ich glaube, ich habe euren MC gefunden. Erklär ihm doch mal, worum es geht.”
“Klar, gerne.” Und zu mir: “Wir machen Elektropunk, aber wollen uns in Richtung Hiphop entwickeln. Ich bin die Shouterin, also fehlt fehlt uns ein MC. Kannst du rappen?” Ich hing in einem schäbigen Sessel und sie stand abschätzend herab sehend daneben.
“Wie kommst du darauf?” Antwortete ich, worauf sie lächelnd erwiderte: “Cool, ich kann auch nicht singen. Ich schätze, wir sehen uns morgen um sieben im Probenkeller.” Woraufhin sie sich zum Kicker zurückzog und ich ihr nachstarrte.
Mit der Frage, was der Scheiß soll, wandte ich mich wieder Ronnie zu. Er zündete sich die krumme Zigarette an, die er gedreht hatte, während das Mädel und ich geredet hatten.
“So ein Jihad ist schwierig und ich will dich vernünftig vorbereitet sehen. Ich habe einen Bildungsauftrag, verstehst du?” Die Kippe hing faul in seinem rechten Mundwinkel. “Kannst du zum Beispiel einen Fernzünder für eine Bombe bauen?”
Seine cooler junger Lehrer Tour ging mir gehörig auf den Sack, Ronnie war weder jung noch cool. “Du etwa?” fragte ich zurück.
“Nein, weil ich das für meinen Job nicht brauche. Aber für dich könnte das hier interessant sein: Die meisten von den Linux Usern basteln auch Elektronik und jetzt am Wochenende bieten die wieder einen Einsteigerkurs mit Arduinos an, das ist ein guter erster Schritt in Richtung Bombenzünder, glaube ich. Da sind noch Plätze frei, hast du Zeit? Der Kurs kostet nichts, das Material ist gespendet.”
Er fuhr noch eine Weile fort bis die Bullshitlawine endlich versiegte und ich mich endlich vom Acker machen konnte.

Natürlich war mir klar, dass der Typ mich verarschen wollte. Aber am nächsten Abend war nichts los und ich bin aus Langeweile zur Bandprobe gegangen. Ich wollte sehen, wie die russische Schnepfe sich zum Affen macht. Irgendwann habe ich mir in einer ihrer Atempausen ein Mikro gegriffen und Koranverse vom Stapel gelassen. Die anderen haben kein Wort verstanden, aber fanden es geil und jetzt bin ich in einer Band. Ruslan, unser DJ, ist einer von den Nerds und hat seinen Drumcomputer selbst gebaut. Er zeigt mir außerdem wie man Webseiten macht. Am Bass steht Levke, eine von den Skaterinnen. Wir haben letzte Woche ein krasses Downhillvideo mit ihr und ihrer Crew gedreht. Jamal ist unser Gitarrist. Wenn wir mal auftreten, müssen wir uns etwas ausdenken, damit seine Eltern nicht mitbekommen, dass er in einer Band spielt. Vielleicht verschleiern wir uns, das würde passen, wir heißen nämlich Jugendjihad. Ich bin von den Koranversen abgekommen und wir schreiben unsere Texte selber, das ist mehr so unser Ding. Und dann ist da natürlich noch Natalia, mit der ich heute Abend ins Kino gehe. Ich bin Ronnie wohl voll auf den Leim gegangen, aber dafür nervt Mehmet nicht mehr rum.

Gedanken zum Kulturbegriff

‘Kultur’ ist gerade wieder als wichtiges Gut in vieler Munde. Und daraus resultiert, dass es viele verschiedene Ideen gibt, was darunter zu verstehen ist. Nachdem ich nach dem ersten Kontakt mit dem Internet heute morgen eine ganze Weile innere Monologe zu dem Thema gehalten habe, habe ich beschlossen, meine Gedanken schriftlich festzuhalten, in der Hoffnung, die Monologe auf die Art und Weise aus dem Kopf zu bekommen.

‘Eine Kultur’ ist in meinen Augen eine Gruppe von Personen, die gemeinsame Werte und Vorstellungen teilen, oftmals vor dem Hintergrund ähnlicher oder gemeinsamer Erfahrungen. So einfach dieser Satz klingt, enthält er einige interessante Aspekte. Kulturen entwickeln sich, wenn, und vor allem solange, Menschen gemeinsame Erfahrungen machen. Eine Kultur ist ein lebendiges Wesen dass von denen gestaltet wird, die sich ihr zugehörig fühlen. Außerdem ist sie generell offen, denn die einzige Voraussetzung, um dazu zu gehören, besteht darin, ihre Werte und Vorstellungen zu teilen. Man muss keinen Aufnahmeantrag stellen, sondern kann einfach mitmachen, indem man mitmacht.

Darüber hinaus können Leute Teil mehrer (Sub) Kulturen sein. Ich bin Deutscher und mag meine Züge pünktlich und mein Kraut sauer. Gleichzeitig bin ich Ingenieur und fühle mich aufgrund geteilter Werte und Vorstellungen vielen meiner ausländischen Ingenieurskollegen kulturell näher, als einigen meiner Landsleute. Wir alle haben uns durch Mathematikvorlesungen gekämpft, das schweißt zusammen, egal ob die in Neu Delhi, Arhus oder Hamburg stattgefunden haben.

Kultur ist daher grundsätzlich integrativ, denn sie erlaubt uns, Menschen zu identifizieren, mit denen uns etwas verbindet. Gleichzeitig hat Kultur einen normativen Character und an dieser Stelle ist es schwierig, Ursache und Wirkung zu unterscheiden. Ist jemand Punk, weil er Polizisten anpöbelt, oder tun Punks das als Ausdruck ihrer Kultur? Hierbei sollte es jedem frei stehen, wie viel von einer Kultur er annehmen möchte, um sich wohl zu fühlen. Nicht jeder Deutsche muss Sauerkraut mögen.

Kulturen unterscheiden sich und viele enthalten ein starkes Element der Abgrenzung. Weil das aber nicht bei allen Kulturen der Fall ist, halte ich das für kein zwingendes Merkmal. Wo Unterschiede existieren, liegt der Reflex der Bewertung nahe. Wenn überhaupt, und es ist zumindest gefährlich, das zu tun, sollten Kulturen anhand ihrer postulierten Werte verglichen werden. Eine Kultur, die sich auf die Abwertung anderer stützt, hat damit eine entscheidende Schwäche: Sie kann nicht aus sich selbst heraus existieren, denn sie benötigt ‘Die Anderen’ um sich selbst zu definieren. Sie bestimmt sich nicht durch innere Gemeinsamkeit sondern durch den Unterschied nach außen. Was es Mitgliedern solcher Gemeinschaften schwierig macht, sich in andere Kulturen zu integrieren, weil sie damit ihre Untershiedlichkeit aufgeben würden.

Solch ein Abgrenzungsverhalten ist tolerierbar und eigentlich harmlos, bedeutet es doch lediglich eine Selbstbeschränkung derer, die es an den Tag legen. Diese Leute sprechen nicht mit Außenstehenden und das ist in Ordnung. Bedenklich wird es, wenn sie doch mit anderen sprechen und dabei zu Imperativen und Parolen greifen. Und wenn neben Angst auch noch Gewalt Teil ihrer Kultur ist, wird es gefährlich. Diese fundamentalistischen Kulturen sind schwierig im Umgang, denn anders als offene Kulturen, die man annehmen kann und dann durch seine Teilnahme bereichert und verändert, verwehren sich fundamentalistische Kreise der Veränderung.

Solche Gruppen sind ein fester Bestandteil jeder gut funktionierenden Gesellschaft, die ihren Mitgliedern Meinungsfreiheit gewährt. Wenn diese Gruppen anfangen, die sie umgebende Gesellschaft in Frage zu stellen, ist die Gesellschaft gefordert, Antworten zu liefern. Oder zumindest Alternativen aufzuzeigen. Das ist anstrengend, besonders wenn man sich klar macht, dass die Gesellschaft aus Individuen besteht und man selbst eines davon ist. Nazis sind scheiße und die meisten von ihnen wissen das auch tief in ihrem Inneren. Die einzige Möglichkeit ihnen zu begenen, die ich sehe, ist ihnen klar zu machen, dass sie sich irgendwann dazu entschlossen haben sich dieser Kultur anzuschließen und dass es andere gibt, die mindestens genauso identitätsstiftend sind. Das ist anstrengend, wahrscheinlich frustrierend, möglicherweise gefährlich. Oder wir können die Klappe halten und überrascht tun, wenn die AfD in den Bundestag einzieht.

Der Turbo KOBO

Es gibt eine neue schlimme Idee. Mein eBook reader hat den Geist aufgegeben und ich habe die Gelegenheit genutzt, ein wenig Hardwarehacking zu betreiben. Die Geschichte endet in einem Cliffhanger, weil ich noch auf Teile warte, aber ich rechne damit, dass am Wochenende alles gut wird. Oder dass ich los muss, ein neues Gerät besorgen.

FOUR OCTAVES AT YOUR FINGERTIPS

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Disclaimer: This post is part of my application to Hackaday as freelance writer. In- depth coverage of the Nibbletronic can still be found on the project page.

[krkl] has been bitten by the MIDI wind controller bug. There has been a fair number of these on Hackaday but this one adds a new touch to the old trope. While this build is visibly influenced by traditional wind instruments as it uses a lot of brass and the “valves” are microswitches with levers, it deviates from the beaten path in an important way. After a first prototype that could be used to play ten notes (one per finger), [krkl] found that ten notes are not enough and gave the instrument an interface that allows one to play four full octaves, including semitones, with just six fingers. To achieve this, four fingers of the left hand are used to encode the notes of one octave as binary numbers and two fingers of the right hand select one of four octaves the same way.

Having sixteen numbers for the twelve notes of each octave left some wiggling room and so [krkl] decided to assign the whole tones to the even numbers and the next semitone to the following odd number. This leaves the player with only eight distinct finger placements to memorize, because sharp notes are played by simply adding the pinky, which plays the least significant bit.

The project page has some more details on the interpretation of the pressure data and explains the possibilities of the remaining buttons. It also provides insight into the ongoing development and a preview of the next iteration of the instrument.

Vor Anker

Olav Svensson, mit 28 Jahren der Kapitän des Plattformversorgungsschiffs “OSV Nadia Helmsdottir”, steht auf der Brücke und hält Wache. Sie liegen in einem vollgeparkten Ölfeld vor Anker, was bedeutet, dass es nicht viel zu tun gibt, außer ein Auge auf die Bewegungen des Schiffs, seine Bordsysteme und den Wetterbericht zu halten, aber Olav genießt die Ruhe als seine Tochter Ænne auf der Suche nach Gesellschaft die Brücke entert.

“He, Liebes, was machst du so?” Ihr grelloranges Kleidchen lässt sie ein wenig wie ein Roughneck, einen Plattformarbeiter, aussehen. “Mir ist langweilig, Papa.” antwortet sie und Olav hebt sie auf einen Stuhl. “Hier, du kannst auf das Radar aufpassen.” Er schaut ihr lächelnd zu, wie sie an den Knöpfen dreht und auf dem Schirm herumtappt. Er ist erfreut darüber, wie gut Ænne sich ins Bordleben eingefunden hat. Als die Offshoreindustrie vor die Hunde ging, hatte er ein Leben an Land in Betracht gezogen, aber nur kurz. Bald darauf hat Ænne genug vom Radar und wendet sich fragend an ihren Vater: “Wo ist Mami?”

“Oh Shit.” denkt sich Olav. Diese Frage sollte keine schwierige Antwort haben. “Achte auf das Radar, Süße.” erwidert er, um Zeit zu schinden. Olav erinnert sich, was ihn damals davon abgehalten hatte, nach Hause zurück zu kehren. Obwohl Skandinavien, mit seiner Grundversorgung durch erneuerbare Energiequellen und seiner genügsamen Bevölkerung, die an widrige Lebensumstände gewöhnt war, mit dem veränderten Klima gut zurecht kam, hatte die skandinavische Gesellschaft sich verändert. Heutzutage nennen sie es allen Ernstes ‘Walhalla’ und haben sich vom Rest der Welt abgeschnitten. Norwegen hat in seiner Kalter- Krieg Haltung verharrt und Finnland hat die östlichen Grenzen abgeriegelt. Sie scheinen dort regelrecht Spaß an ihren zweiten Winterkrieg zu haben. Im Süden hat der steigende Meeresspiegel Dänemark in ein unpassierbares Marschland verwandelt.

“Wo ist sie?” hakt Ænne nach. Ihr Haar ähnelt dem von Olavs Maschinisten Kobus. “Sekunde, Liebes, das ist schwierig.” versucht Olav sie hinzuhalten, währen er weiter über seine Antwort nachdenkt. Kobus stammt aus Groningen und als niederländischer Ingenieur ist er in den neuen Küstengregionen Europas heiß begehrt. Als Olav Kobus gefragt hatte, ob er an Land gehen wolle, hatte der Niederländer geantwortet: “Scheiß auf diese Leute, die sind schlimmer als die Nazis.” Und in der Tat, als Mitteleuropa zwischen dem steigenden Meer im Norden und den sich ausbreitenden Wüsten im Süden eingzwängt wurde, hatte es sich von seinen vielgerühmten Werten verabschiedet. Sie haben um sich gebissen wie ein in die Enge getriebenes Tier und es als Verteidigungsfall bezeichnet, als sie verhungernde Flüchtlinge an ihren Grenzen abgeschlachtet und ersäuft haben. Kobus hingegen ist seitdem zu einem der wichtigsten Männer an Bord geworden. Sein Space Bucket, mit dem er im Maschinenraum Gras gezogen hatte, war die Blaupause für das hydroponische Gewächshaus, das inzwischen ihr Frachtdeck ausfüllt. Dort werden größtenteils Kartoffeln angebaut, aber natürlich wächst da draußen auch noch etwas ‘Kobus Spezial’. Ænne hüpft von ihrem Stuhl und zupft ihren Vater am Ärmel. “Ach ja, Mami. Weißt du…” Und er hat immer noch keine Ahnung, wo er anfangen soll.

Die aufgegebenen Bohrplattformen des Feldes sind jetzt die Heimat von Inuit und einigen unverbesserlichen Roughnecks. Die Roughnecks sind harte Jungs, aber die Inuit sind die wahren Überlebenden hier draußen. Olav erinnert sich an Geschichten vom Leben auf dem schmelzenden Eis, wie die alte Ukiuk sie ihm erzählt hat. Wie ihre Welt buchstäblich auseinander fiel, denn Inuittechnologie besteht oft darin, Dinge durch einfrieren zusammenzufügen und das funktioniert im milderen Klima nicht mehr. Und davon, wie sich alles veränderte, als das Eis schrumpfte. Das sogenannte ‘ewige Eis’ ist von vornherein ein sehr karges Ökosystem in dem außer Krill nichts in großer Zahl lebt. Wenn man jetzt große Raubtiere wie Walrösser und Eisbären dazu nimmt, wird Enge zu einem lebensbedrohlichen Problem. Die Inuit haben ‘den Platz des Menschen in der Nahrungskette überdenken müssen’, wie Ukiuk sich auszudrücken pflegt. Viele ihrer Leute tragen immer noch ständig eine Waffe. Diese herausragenden Seeleute fürchten jetzt das Meer.

“Wir haben unsere Heimat verloren und bauen jetzt die Welt neu, ein schwimmender Kartoffelhof nach der anderen.” denkt sich Olav, während er seine wartende Tochter anschaut. “Für dich, Kleines.” Er lächelt. Kartoffeln sind gut, aber für eine Zukunft benötigt man Kinder. Und während Seeleute und Roughnecks die allererste Wahl sind, wenn es darum geht, etwas aus dem Nichts aufzubauen, sind sie gleichzeig vorwiegend männlich. Zu Beginn wussten sie nichts damit anzufangen, als das Forschungsschiff Healy zwischen ihnen Anker warf. Und als die an Bord befindlichen Meersbiologen ihren Plan formulierten, aus menschlichen Stammzellen Gebärmuttern zu züchten, begriff keiner der Bewohner des Ölfelds, worauf das hinauslaufen würde. Bis die Wissenschaftler anfingen, sich unter den Roughnecks und Seeleuten auf die Suche nach Wirtskörpern für die Gebärmuttern zu machen. Wäre es nicht um ihr Überleben gegangen, wäre die Situation komisch gewesen. Eingentlich ist es sogar sehr komisch gewesen, wie die versammelten Männer die Ankündigung vernahmen und alle plötzlich irgendetwas hochinteressantes am Boden oder über ihren Köpfen entdeckten.

Dr. Schwarze hat einfach fortgefahren und erläutert, wie sie moderne Klonverfahren und Genspleißung benutzen würden, um das Beste aus dem spärlichen Genpool zu machen, und das jedes Kind auf diese Weise bis zu einem Dutzend genetischer Eltern haben würde. An dieser Stelle hatte Olav den Entschluss gefasst vorzutreten und zu erklären: “Ich werde eine Mutter.” Kobus und viele weitere aus seiner Mannschaft folgten seinem Beispiel, dann einige der Roughnecks. Das ist jetzt vor vier Jahren gewesen und heute werden ihre Kinder als Kinder des Stammes betrachtet, die meisten haben kleine Geschwister und es gibt an Bord der Healy eine Schule. “Jemand sollte dort den Sexualkundeunterricht auf den neuesten Stand bringen.”, denkt sich Olav

“Weißt du, ich bin deine Mami. Und Dr. Schwarze in gewisser Weise. Und…” Ænne fällt ihm ins Wort, bevor Olav ihr aufzählen kann, wessen Gene sie trägt. “Du bist lustig! Kann ich mit Uki spielen?”

“Natürlich, Liebes, lauf zu Uki.” Scheinbar ist es am Ende doch gar nicht so schwierig.

Updates, Ideen und ein Repost

So, die ASU hat mir erläutert, das Veröffentlichung im Internet nicht als ‘published elsewhere’ gilt und dass die von mir zitierte Regel dazu dient, Streit unter Verlagen zu verhindern. Das Copyright an der Geschichte bleibt also bei mir und ich kann sie hier posten 🙂

Darüber hinaus gibt es Updates bei der NibbleTronic: 3D Mockups der nächsten Iteration und Ideen für weitere Features. Hierbei fände ich Input bezüglich meiner noch etwas wirren Vorstellungen klasse, ich habe zu dem Zweck mal ein Kontaktformular unten an die Seite geklebt. Bei den schlimmen Ideen sind dann noch zwei Projekte dazu gekommen, ein Stück Musikelektronik und zwei Lampen.

Climate Fiction Contest

Ich ging lange davon aus, der Abgabetermin für den Contest wäre am 16. Januar, also heute. Im laufe der letzten Tage schlich sich die Frage, welche Uni ihre Deadlines auf einen Sonnabend legen würde, in meinen Hinterkopf. Und dazu das Wissen, dass ich mit Terminen so meine Schwächen habe. Gestern Abend waren die Zweifel endlich so stark, dass ich dann doch noch mal nachgesehen habe, und tatsächlich, der Termin war Freitagnachmittag. Durch die  Zeitverschiebung hat es gerade noch gepasst 🙂

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Bianca, Martin und Jörg bedanken, die mir massiv geholfen haben, aus dem ersten Entwurf eine echte Geschichte zu machen. Ihr seid jetzt für zukünftige Projekte verhaftet. Da in den Wettbewerbsbedingungen steht, dass ein Beitrag nirgends anders publiziert sein darf, habe ich die Geschichte wieder runter genommen, bis die ASU mir grünes Licht gibt oder ich die Übersetzung auf deutsch fertig habe.

At Anchor

Olav Svensson, age 28, skipper of the offshore supply vessel “OSV Nadia Helmsdottir” is on watch on the bridge of his ship. They’re lying at anchor in a crowded oil field and so there isn’t much to do but keeping an eye on the ship’s swaying, its systems and the weather report but Olav is enjoying himself when his daughter Ænne enters the bridge, looking for company.

“Hey kiddo, What are you doing?” In her bright orange overall she looks like a tiny roughneck, as the oil field workers call themselves. “I’m bored Daddy.” She replies and Olav lifts her on a chair. “Here, you can watch the radar.” Olav smiles at Ænne turning knobs and poking the screen. He is glad how well his daughter is adapting to the life aboard a ship. When the offshore industry had gone belly up, Olav had considered a life ashore, but not for long. After some more poking she turns to him and asks “Where’s Mommy?”

“Well shit.” He thinks. This question shouldn’t have a complicated answer. “Keep an eye on the radar, sweetie.” Olav tells her, playing for time. He remembers what had kept him from returning home. Although Scandinavia, relying on renewable energy and inhabited by hardened people that were used to living in adverse conditions had handled the new climate fairly well, the society had changed. These days they seriously call it ‘Walhalla’ and have isolated themselves from the world. Norway has never let go of its cold war attitude and the Finns have shut down the eastern borders. They actually seem to enjoy their second winter war. On the southern edge the flooding had turned Denmark into an impassable marshland.

“Where is she, Daddy?” Ænne keeps digging. Her hair reminds Olav of his leading engineer Kobus. “Just a second, sweetie, this is complicated.” Olav tries to appease her, still working on his answer. Kobus was from Groningen and dutch engineers were highly sought after in Europe’s new coastal regions. When Olav had asked Kobus, if he wanted to go ashore, the Dutch man had been like: “Fuck them, they’re worse than the Nazis, those people.” And he was right, as central Europe had been caught between desertification and flooding it had thrown civilization out of the window in the process. They had lashed out like a cornered animal, calling it a defensive war but in reality they’d slaughtered and drowned starving refugees. Kobus has since become one of the most important men aboard, the space bucket that he had used to grow weed in the engine room has been the blueprint for the hydroponic greenhouse that now covers their cargo deck. They’re producing mostly potatoes but of course there’s still some of Kobus’ special out there. Ænne jumps out of the radar operator’s chair and tugs Olav’s sleeve. “Oh yes, Mommy. You know…” And he still isn’t sure how to begin.

The abandoned rigs of the oil field are now occupied by Inuit and some die hard roughnecks. The roughnecks are a tough bunch but the Inuit are the real survivors out here. Olav remembers old Ukiuk telling him stories of the life on the melting ice floes that still make him shudder. How their world fell to pieces because Inuit tech relies heavily on freezing stuff and that stopped working in the warmer climate. And how everything changed when the ice shrunk. The so called ‘perpetual ice’ is a very sparse ecosystem to begin with and doesn’t support dense populations of anything but krill. Throw in large predators like polar bears and walruses and crowding becomes a very deadly problem. The Inuit had to ‘reconsider man’s place in the food chain’ as Ukiuk likes to put it. Several of her people still carry a gun wherever they go. These great navigators have become afraid of the sea.

“We lost our homes and are now rebuilding the world one floating potato farm at time.” Olav thinks, looking at his waiting daughter. “For you, kiddo.” He smiles. Potatoes are one thing but for a future you need children. And while roughnecks and sailors are great candidates for building stuff from nothing, they’re also predominantly male. At first they didn’t now what to make of it when the research vessel Healy dropped anchor among them. And when the marine biologists came forward with their plan to grow uteri from human stem cells, the colonists failed to grasp the implications. The scientist were looking for hosts to implant the uteri. Among roughnecks and Sailors. Hadn’t it been about their survival, it would have been funny. Actually, it had been funny when the assembled men heard the announcement and suddenly all found something really interesting at the floor or the ceiling.

Dr. Schwarze just went on, explaining how they would perform advanced cloning and gene splicing to make the most of the shallow gene pool and how every new child would have up to a dozen genetic parents. At this point Olav had made the decision to step forward and declare: “I’m gonna be a mother.” Kobus and many others from his crew followed his example, then several of the roughnecks. This had been five years ago. Today their kids are seen as children of the tribe, most have younger siblings and there is a school aboard the Healy. Someone should get the sex ed up to date.

“You see, kiddo, I’m your Mommy. And Dr. Schwarze from the Healy, kind of. And…”

She cuts him off before Olav could list whose genes she carries: “You are funny! Can I play with Uki?”

“Of course you can. Run my dear.” Looks like it’s not so complicated after all.

Stickervorlage

Clicken für 300 DPI A8 Stickervorlage

Clicken für 300 DPI A8 Stickervorlage

Ich bin gerade dabei, Sticker für schlimme-gegend.de zu entwerfen und habe versehentlich zwischendurch bei facebook rein geschaut. Dann sah ich mich gezwungen, das hier zu machen. Es ist ein PNG, das bei 300 DPI als DIN A8 rauskommt, was ein ziemlich günstiges Format für Sticker oder Spuckis sein sollte. Sobald ich WordPress überzeugen kann, seine “Sicherheitsbedenken” hintenanzustellen, tausche ich es gegen das originale SVG aus.

Statt ‘Nazis’ kann da genau so gut ‘Extremisten’ stehen und insgesamt ist der Text ziemlich undifferenziert, aber es ist auch ein Sticker. Die müssen so.

Ach ja, die fünf Prozent gehen auf die Prävalenz narzisstischer Persönlichkeitsstörungen zurück, sind also einigermaßen belegt. Und auch ich habe Tage, an denen ich mir nicht sicher bin, ob es fünf Prozent oder ein Fünftel der Leute sind.

Aggregate States

The following story is the first (public) draft for my entry for the 2016 climate fiction contest. At the same time it is part of the developing background of Sal's and Hektor's story. Feedback like comments on readability, typos and overall quality is highly welcome.

Water. Most of the recent history revolves around water. In the coastal regions for example, there was too much of it. The Netherlands were flooded. And some other countries. Islands, you know, practically consist of nothing but coastal regions. Very few people actually drowned in the floods because the change was gradually and foreseeable, but it got crowded on the hills and as so often in times of peril, humanity showed its nasty side. With the land, resources and supplies became scarce. Industrial centers near big ports became marshes, cut off from transportation. Production stalled, commerce as the driver of the world economy as well. Millions were on the move and not especially welcome where they went.

And then there were other, older problems. Malaria and other diseases that were considered history, returned to central Europe and the States. So even without drowning people died by the millions. The Dutch actually had the advantage of having a long tradition of fortifying coasts and building dykes which made them the only refugees that were highly regarded wherever one of them showed up. Having mastered the art of industrial crop production also helped. Almost everybody else was considered a drain of resources.

Then there was the UK. They had their own case of ‘too much water’. With it  steep coasts it mostly got spared by the rising sea levels. London was of course swamped by the Thames delta but the city had been considered uninhabitable by most long before the water came, so this doesn’t count. No, the British Islands got hit by a decade of so called ‘century storms’ and due to deforestation lost most of their topsoil. Agriculture was dead and the Britons that survived the floods and the mud slides mostly starved. The highlands are now again inhabited by semi nomadic clans. They’re said to be welcoming people as long you can make yourself useful and aren’t part of a large group (More than four people).

Scandinavia is a different kind of beast. With their reliance on renewable energy sources and populated by people that were used to living in adverse conditions they suffered some minor famines and came out on top. Then they isolated themselves. Denmark had been turned into unnegotiable marshlands by the flooding and so only Finland remained as potential entry point. The second Winter War hasn’t really ended until now. It’s just that there is nobody left with the military power to face the Finns.

In other places it was the lack of water that killed. Raging desertification turned the plains near the tropics into uninhabitable badlands. A lot of farmers kept hoping for rain until they were to weak to flee. These areas suffered from mass starvation and the ones that tried to get out found crowded hostile societies. With closed and fortified borders. ‘The west’ had just barely survived the flooding water and was now deathly afraid of the coming flood of people. Scared humans are the worst. It was more a slaughter than a war. Justified by the old trope ‘If we don’t kill them, everybody will die!’. Who knows, letting them in, sharing the resources and see who makes it, might have been a better solution. Central Europe would now be much more culturally diverse if they had tried that route. Not that it hadn’t been hit by desertification: Spain, Portugal and southern France are now the home of nomad tribes. They ceased to be functioning nations decades ago and are now just called the European Desert.

Both scenarios didn’t apply to my folks. For us it wasn’t too much or too little water. Sounds good, you say? Well here’s the thing: In our region, the water melted. And just like the land masses, the ice became crowded. Which is bad in a sparse ecosystem like the so called ‘perpetual ice’. With so few natural resources a high population density is deadly per se. But when you share your habitat with polar bears and walruses, crowding is just terrifying. Nobody likes to reconsider one’s place in the food chain. A lot of us got eaten, others went adrift when pieces of the ice floe broke off (and then probably were eaten, or they just drowned when their ice sheet flipped over). Hunger was cruel, just as anywhere else but if you loose enough people on each hunt, the effect levels itself out soon. Homo Sapiens Arcticus was headed for extinction, fast.

We finally found refuge in the last place one would expect. Turned out that floating structures are largely immune to changing sea levels and we now inhabit an offshore oil field. Drilling in the arctic has always been a bad idea, but the remains of this silly endeavor proved invaluable to us. Life on these aging industrial structures isn’t easy by any measure, but at least they’re stable, compared to the ice. We even managed to feed ourselves without getting killed when we succeeded in constructing hydroponic greenhouses on the cargo decks of platform supply vessels. We don’t really hunt or fish much today, even if it looks like the blue whale is returning. We are still figuring out our place in the emerging ecosystems and want to play it safe this time.

Our founders were Inuit, sailors, oil rig workers and some scientists. Sailors with their professional aptitude for problem solving and surviving hostile environments proved to be a great basis for building a society in those times. Also they tend to read a lot. But this setup came with its own inherent problem: The first generation faced a severely skewed gender distribution. Not many women on oil rigs and OSVs, you know? We were lucky when in year three a research vessel docked at our colony. They showed us what a few stray marine biologists and a ship’s doctor with a fully equipped lab could do. That ship was sent from heaven, as the religious among us like to say. I’m pretty sure they just didn’t want to return to what was was left of their former homes.